Diese Fehler sollten Sie als Arbeitgeber im Bewerbungsprozess vermeiden

No-Gos für Arbeitgeber im Bewerbungsprozess

Der erste Eindruck zählt. Daher ist es wichtig, das sich sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer optimal vorbereiten und präsentieren. Als potenzieller Arbeitgeber sollte man sich von der besten Seite zeigen. Ein unangemessenes Auftreten und beispielsweise langweilige Fragen sind zu vermeiden. 

Übersicht einiger Faux-Pas

Es gibt unzählig viele Tipps und Tricks, wie man sich als Bewerber im Bewerbungsgespräch möglichst (nicht) verhalten sollte. Im heutigen Artikel haben wir einige Fehler zusammengetragen, die man als Arbeitgeber während eines Bewerberprozesses möglichst meiden sollte.

  • Langwierige und einseitige Bewerbungsprozesse

Für Bewerber ist es besonders wichtig, zu wissen, ob die Bewerbung eingegangen ist. Häufig empfinden sie die Reaktionen als zu spät oder unpersönlich. Gerade Randbemerkungen wie “bitte antworten Sie nicht auf diese Nachricht” oder ähnliches werden ungern gesehen, denn ein Bewerbungsprozess sollte nicht als einseitig empfunden werden. Es geht vielmehr um eine Entscheidung beider Parteien. Darüber hinaus ist es natürlich fatal, wenn ein Versprechen wie “wir geben Ihnen in zwei Wochen Rückmeldung” nicht eingehalten wird. Hier gilt ganz klar: Wenn eine Ankündigung gemacht wird muss diese auch unter allen Umständen eingehalten werden. Auch dann, wenn keine eindeutige Entscheidung gefällt wurde.

  • Kurzfristiges Verschieben des Termins

Viele Bewerber sind noch in einem Beschäftigungsverhältnis und müssen planen, um an einem Gespräch teilnehmen zu können. Wird der Termin kurzfristig abgesagt, kann das zu Problemen und einem faden Beigeschmack beim Bewerber führen.

  • Unpünktlichkeit 

Ähnlich, wie bereits bei der Verschiebung angesprochen, sollten  Unpünktlichkeit und lange Wartezeiten vor dem Bewerbungsgespräch vermieden werden. Klar: ein Bewerbungsgespräch in den Alltag eines Unternehmens einzubauen, ist nicht immer einfach. Aber es ist wichtig den entsprechenden Raum zu schaffen, um eine gute Atmosphäre gewähren zu können. Kommen Sie zu spät zum Gespräch hinterlässt das sicherlich nicht den Eindruck, dass Ihnen die Einstellung des Bewerbers am Herzen liegt. Kommt ein Bewerber zu früh, ist auch das ein Indiz für Pünktlichkeit im Arbeitsalltag und sollte demnach entsprechend wertgeschätzt werden. Finden Sie Räumlichkeiten, in denen der Bewerber sich aufhalten und sich möglichst gut auf das Gespräch vorbereiten kann.

  • Fehlende oder abwertende Bewirtung

Die Bewirtung während eines Bewerbungsgespräches ist ein häufig unterschätztes Detail, welche beim Bewerber aber Rückschlüsse auf allgemeine Zustände im Unternehmen schließen lassen kann. So können Unterschiede zwischen den Getränken, die dem Bewerber angeboten werden und die man selbst zu sich nimmt, eine  gewisse Distanz schaffen. Diese Distanz führt dann häufig im Gespräch für eine bestimmte Dynamik, die es dem Bewerber schwer macht, sich von seiner besten Seite zu zeigen und er fühlt sich im schlimmsten Fall nicht wertgeschätzt. Noch gravierender wird dieser Aspekt wahrgenommen, wenn gar keine Getränke angeboten werden. Viele Bewerber fragen sich dann, ob hinter der Getränkewahl eine Taktik steckt, oder nicht genug Rücksicht genommen wird ungeeignete Räumlichkeiten.

Sorgen Sie dafür, dass sich Bewerber vor, während und nach einem Gespräch wohl fühlen. Setzen Sie sie nicht in einem zugigen Wartebereich ab und rufen Sie sie dann “auf”, sondern sorgen Sie für einen Ort, an dem die Bewerber sich auf das Gespräch einstimmen können. Holen Sie sie persönlich ab und geben ihnen das Gefühl willkommen zu sein. 

  • Geringe Wertschätzung 

Bewerber geben auch oft an, sich nicht genug wertgeschätzt gefühlt zu haben. Dies kann aus oben genannten Gründen passiert sein. Aber auch die Wahrnehmung des Bewerbers als “Bittsteller” könnte dies bewirken. Es sollte nicht das Gefühl auftreten, dass der potentielle Arbeitnehmer ‘froh sein kann, dass er zum Gespräch geladen wurde’, sondern im Gegenteil eher ein Gefühl der Zusammenarbeit entstehen.    

  • Unangenehme Gesprächsatmosphäre

Die Gespräche liefen früher nach klaren Schemata ab, auf welche sich Bewerber dann natürlich besonders gut vorbereiten konnten. Sogenannte Stressfragen sollen Bewerber aus der Reserve locken und Einblicke auf dessen Fähigkeit mit Stresssituationen umzugehen, liefern. Das ist eine sehr gute Taktik. Problematisch wird es aber, wenn ein Gespräch hauptsächlich aus Stressfragen besteht. Denn dies sorgt für eine unangenehmen Atmosphäre mit Verhör-Charakter. Ein Bewerber fühlt sich getestet und der eigentliche Sinn eines Bewerbungsgesprächs – das gegenseitige Kennenlernen – tritt in den Hintergrund, oder wird sogar vollends vergessen. Hier ein etwas übertriebenes Beispiel des englischen Komödianten John Cleese, das in den Kommentaren leider von vielen als aktuell und Realität bezeichnet wurde.


 

  • Mangelnde Vorbereitung

Ein weiteres absolutes No-Go, das Arbeitgeber nicht passieren sollte, ist eine mangelnde Vorbereitung auf das Gespräch. Sind beispielsweise die Unterlagen offensichtlich nicht im Vorfeld gelesen worden, oder wird der Bewerber sogar mit falschem Namen angesprochen, wirkt das desinteressiert und wenig professionell. Dies ist vergleichbar mit einem Bewerber, der den Namen des Unternehmens mit einem Konkurrenten verwechselt.

  • Fehlende bzw. unzureichende Informationen 

Oft werfen Stellenausschreibungen fragen auf, die dann im Gespräch nicht ausreichend beantwortet werden. Weiß der Bewerber, welches Gehalt er bekommt oder was genau im Job auf ihn zukommen wird? Formulieren Sie das Aufgabenfeld so präzise wie möglich, denn nur wenn klar ist, was auf den Arbeitnehmer zukommt, kann dieser auch die Frage beantworten, ob er sich dazu in der Lage fühlt. Ausführliche und klare Ansagen sind für die Kommunikation im Bewerbungsprozess unabdingbar. Denn Verbindlichkeit wird eben nicht nur seitens der Arbeitgeber als positive Eigenschaft wahrgenommen.  

  • Falsche Erwartungen schüren / lügen

Viele Bewerber erhalten im Gespräch ein falsches Bild vom zukünftigen Arbeitgeber. Denn oft wird das Unternehmen dargestellt wie es gerne wäre, aber nicht wie es ist. Erwartungen, die der Bewerber durch ein Gespräch erhält dürfen sich nicht als falsch herausstellen. Wenn im Gespräch gesagt wird “Bei uns gibt es keine Überstunden”, muss das auch der Wahrheit entsprechen. Auch zuvor besprochene Aufstiegschancen etc. müssen eingehalten werden. Viele Arbeitnehmer wechseln aus ebendiesem Grund das Unternehmen.

  • Verspätetes oder gar kein Feedback nach dem Vorstellungsgespräch

Häufig fehlt Bewerbern eine Rückmeldung nach dem Gespräch. Ist es wirklich so gelaufen, wie der Bewerber es empfunden hat? Folgen weitere Gespräche, oder soll der Bewerber sich besser darauf einstellen weiter zu suchen? Ein Bewerber muss auch hier planen können – bewirbt er sich an anderer Stelle weiter und und und…

Mangelndes Feedback

  • Einzelentscheidung statt im Team

Ein weiterer Aspekt, der häufig als negativ empfunden wird, ist, wenn sich Bewerber einer Einzelentscheidung gegenüber sehen. Besser ist es, wenn im Team entschieden wird. Natürlich muss auch hier ein Rahmen eingehalten werden, denn zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Doch Sympathien und Antipathien können und dürfen nicht alleinige Entscheidungsgeber sein. Oft ist ein Personaler sich deren Auswirkungen gar nicht bewusst, oder hat einen schlechten Tag an dem die Wahrnehmung auch entsprechend negativ ausfällt.

  • Entscheidung nach nur einem Gespräch

Aus oben genannten Gründen empfiehlt es sich auch, mehrere  Gespräche zu führen. So lernt man den Bewerber auch in unterschiedlichen Verfassungen kennen und erhält ein – im besten Fall – ganzheitliches Bild der Person. Denn in Zeiten, in denen Soft-Skills genauso viel Gewichtung finden, wie das fachspezifische Wissen, ist eine ganzheitliche Betrachtung der Bewerber umso wichtiger.

  • Unprofessioneller Umgang mit dem Gespräch

Ein Bewerbungsgespräch erfordert Professionalität von Bewerbern und Arbeitgebern. Hierunter zählen die Vorbereitung, die Ausführung und die Nachbereitung. Unter den bereits genannten Punkten lassen sich wichtige Aspekte finden, die auf die Professionalität des Bewerbungsprozesses schließen lassen. Aber auch während eines Gesprächs dürfen gewisse Dinge einfach nicht passieren. So ist es beispielsweise ein absolutes Unding, wenn das Handy auf dem Tisch liegt und regelmäßige Nachrichten das Gespräch unterbrechen. Grundsätzlich sollten Störfaktoren, die den Fokus vom Bewerber lenken, vermieden werden. Auch die Art der Fragen lässt auf Unprofessionalität schließen; Fragen zum Beziehungsstatus, Schwangerschaft oder ähnlichen Privatangelegenheiten dürfen unter keinen Umständen gestellt werden. Abgesehen vom gesetzlichen Rahmen kommt hier schnell die Frage nach der professionellen Distanz auf.

  • Nicht zeitgemäße Bewerbungsformate

Bewerber bemängeln außerdem, dass Bewerbungsformate häufig zu traditionell sind. Über den Postweg bewirbt sich heutzutage kaum noch jemand. Aber nicht nur das Bewerben per Email ist möglich. Heute ist ein Bewerbungsprozess digitalisiert. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, Mobile Recruiting, One-Click-Bewerbungen, sozialen Netzwerken und so weiter, werden weitaus mehr – insbesondere jüngere – Bewerber angesprochen sowie der gesamte Prozess vereinfacht und verkürzt.

Warum es wichtig ist, sich im Bewerbungsprozess gut zu präsentieren

Durch die Vernetzungsmöglichkeiten, die das Internet bietet, ist es unabdingbar geworden, sich nach außen hin klar zu positionieren und einen Namen für sich zu machen. Cultural Fit und Employer Branding stellen hier die wichtigsten Grundlagen dar. Denn durch Bewertungsplattformen (wie kununu.com) werden Unternehmen auch hinsichtlich der ‘Candidate Experience’ bewertet. Potentielle Bewerber können hier schnell herausfinden, wie ein Unternehmen mit dem Bewerbungsprozess umgeht. 

Talente müssen sich angesprochen fühlen, um sich überhaupt erst zu bewerben.

Dies ist besonders wichtig, weil sich der Arbeitsmarkt zum Arbeitnehmermarkt gewandelt hat. Dies versetzt, überspitzt formuliert, Unternehmen in die Bewerbungsposition.

Fazit 

Bewerbungsprozesse sind erfolgreich, wenn unterschiedliche Faktoren, die im Einzelnen nicht zu unterschätzen sind, positiv zusammenspielen.

Wir als professionelle Personalberatung erhalten stetig positive Rückmeldung von Bewerbern, die uns für unseren professionellen Umgang, übersichtliche Informationen und schnelle Reaktionen loben.

 

Gern helfen wir Ihnen bei der Suche passender Kandidaten und bei der Gestaltung des Bewerbungsprozesses. Sprechen Sie uns an:

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