12 wichtige Fragen, die man dem potenziellen Arbeitgeber stellen sollte

Wer im Vorstellungsgespräch eigene Fragen stellt, zeigt Interesse und prüft gleichzeitig, ob Stelle und Arbeitgeber wirklich passen. Dieser Beitrag stellt 12 Fragen vor, geordnet nach vier Themen: Aufgaben, Team, Entwicklung und Rahmenbedingungen. Zu jeder Frage findest du einen Formulierungsvorschlag und einen Hinweis, worauf du in der Antwort achten kannst. Am Ende stehen No-Gos und häufige Fragen.

Warum du im Vorstellungsgespräch selbst Fragen stellen solltest

Eigene Fragen gehören zu einem guten Vorstellungsgespräch dazu. Der Arbeitgeber sieht, dass du dich mit der Stelle beschäftigt hast. Du selbst bekommst Informationen, die in keiner Stellenanzeige stehen, zum Beispiel, wie der Alltag auf der Baustelle oder im Kundendienst wirklich aussieht.

Wenn du zum Gespräch eingeladen wurdest, haben deine Unterlagen in aller Regel überzeugt und die fachlichen Mindestanforderungen sind erfüllt. Jetzt geht es um das Zwischenmenschliche und darum, ob ihr zusammenpasst. Das Gespräch ist keine Prüfung, sondern ein gegenseitiges Kennenlernen. Auch du entscheidest, ob du die Stelle willst.

Stelle am besten drei bis fünf Fragen, die zu deiner Situation passen. Alle zwölf abzuarbeiten, wirkt wie ein Fragebogen. Der beste Zeitpunkt ist meist das Ende des Gesprächs, wenn du gefragt wirst, ob du noch Fragen hast. Gute Fragen darfst du aber auch zwischendurch stellen, wenn sich ein Thema ergibt.

12 Fragen, die man seinem Vorgesetzten im Bewerbergespräch stellen kann

Im Folgenden haben wir acht Fragen zusammengetragen, die man im Vorstellungsgespräch seinem Vorgesetzten stellen kann. Natürlich sollte man sich genau überlegen, welche Frage passt. Hier und da kann es aber hilfreich sein, mal keine gewöhnlichen Fragen zu stellen und zu überraschen und gleichzeitig wichtige Signale zu erhalten, die einem die finale Entscheidung leichter machen.

Warum ist die Stelle aktuell frei?

Die Antwort verrät dir, ob das Unternehmen wächst, ob jemand intern aufgestiegen ist oder ob es eine Fluktuation gibt. Frag freundlich und neugierig, zum Beispiel: „Ist die Stelle neu geschaffen worden oder wird sie nachbesetzt?“ Wird ausweichend oder auffallend negativ über den Vorgänger gesprochen, kann das ein Warnsignal sein. Eine einzelne Antwort reicht aber nicht für ein Urteil.

Wie sieht eine typische Arbeitswoche aus?

Wenn du den Alltag verstehst, kannst du die Stelle realistisch einschätzen. Im Baubereich geht es dabei um Fragen wie: Wie viel Zeit verbringst du auf der Baustelle, wie viel im Büro? Gibt es Montageeinsätze mit Übernachtung? Wie sind die Arbeitszeiten und wie wird mit Überstunden umgegangen? Nenne ruhig ein, zwei dieser Punkte konkret, damit die Antwort nicht allgemein bleibt.

Woran messen Sie nach der Probezeit, ob ich einen guten Job mache?

Die Frage klärt die Erwartungen auf beiden Seiten. Die Probezeit dauert in Deutschland höchstens sechs Monate (§ 622 BGB), viele Unternehmen vereinbaren aber kürzere. Gute Antworten nennen konkrete Kriterien, etwa Projektergebnisse, Kundenfeedback oder Einarbeitungsziele. Bleibt die Antwort vage („Das sehen wir dann“), hakst du nach: „Gibt es dafür feste Feedbackgespräche?“

Wie läuft die Einarbeitung ab?

Eine geordnete Einarbeitung spart dir Frust. Frag, ob es einen festen Ansprechpartner gibt, einen Einarbeitungsplan und Zeit, Kollegen und Kunden kennenzulernen. Ein strukturierter Plan spricht für ein Unternehmen, das neue Mitarbeiter ernst nimmt. Wer dagegen mit „Du läufst erstmal mit“ antwortet, hat vielleicht schlicht keine Kapazität dafür.

Wie ist das Team aufgebaut und mit wem arbeite ich am meisten zusammen?

Wenn du Größe, Zusammensetzung und Schnittstellen kennst, kannst du dir besser vorstellen, wie dein Arbeitsalltag abläuft. Bei Bau- und SHK-Betrieben sind das häufig Bauleitung, Monteure, Planer und Kunden. Frag auch, ob du das Team vor Vertragsabschluss kurz kennenlernen kannst. Ein Probearbeitstag oder ein Rundgang ist vielerorts möglich.

Welche Weiterbildungen werden unterstützt?

Im Handwerk und in der Technik ist Weiterbildung ein echter Karrierehebel, etwa für Meister, Techniker oder Zertifikate wie Sachkundenachweise und Schulungen für neue Anlagentechnik. Frag, ob das Unternehmen die Kosten übernimmt, ob es dafür Freistellung gibt und ob es Beispiele aus dem aktuellen Team gibt. So erkennst du, ob Entwicklung gelebt oder nur versprochen wird.

Wie werde ich eingearbeitet und wie sieht eine normale Arbeitswoche aus?

Eigentlich eine Frage, die in jedem Vorstellungsgespräch von einem Bewerber gestellt werden sollte. Mit dieser Frage erhält man im besten Falle direkt mehrere Antworten. Zum einen, ob der Chef einen selbst einarbeitet und er dies als Chefsache sieht. Auch kann unter Umständen herausgehört werden, ob ein konkreter Einarbeitungsplan vorhanden ist oder dieser noch abgestimmt werden muss. Zusätzlich kann man selber einen Abgleich mit den eigenen Erwartungen an die beschriebene Position wagen. Wenn der Vorgesetzte über die „normale“ Arbeitswoche berichtet, erfährt man zudem weitere hilfreiche Informationen für die eigene finale Entscheidung.

Wie soll sich die Abteilung in den kommenden Jahren weiterentwickeln? Wie das Unternehmen?

Eine wichtige Frage, um die eigenen Entwicklungschancen besser abschätzen zu können. Somit ist klar gezeichnet, welche Ziele verfolgt werden, welche Ziele das Unternehmen erreichen will. Es wird auch klarer, wie das Unternehmen Herausforderungen bewältigt und gegebenenfalls mit Konflikten umgeht.

Wie würden Sie die Unternehmenskultur hier beschreiben? Welche Werte sind dem Unternehmen besonders wichtig?

Auch diese Frage ist durchaus legitim, um ein besseres Gefühl und Verständnis für die Unternehmenskultur und die damit verbundenen Werte herauszufinden. Eine entscheidende Rolle spielt die Unternehmenskultur bei der Zufriedenheit, der Atmosphäre im Unternehmen und dem Erfolg der Mitarbeiter

Wie ist mein Team strukturiert und mit welchen Abteilungen oder Teams werde ich am häufigsten zusammenarbeiten?

Wie sieht das eigene Team aus, welche Strukturen gibt es und mit welchen anderen Teams habe ich häufig zu tun. Je nach Größe des Unternehmens ist die Komplexität und Herausforderungen unterschiedlich. Passe ich hier wirklich ins Team – wichtige und richtige Frage für ein harmonisches Miteinander.

Welche Tools werden hier verwendet?

Eine spannende Frage: Mit welchen Tools im Unternehmen gearbeitet wird. Die Antwort lässt Rückschlüsse auf die Art und Weise der Arbeitswelt zu. Wie flexibel kann man im Team arbeiten, wie wird beispielsweise miteinander kommuniziert? Weitere Rückschlüsse oder Fragen könnten entstehen, beispielsweise nach Remote Work. Ob die Digitalisierung bereits im Unternehmen angekommen ist, lässt sich ebenfalls herausfinden mit dieser Frage.

Welche Möglichkeiten gibt es in Bezug auf flexible Arbeitszeiten, Home-Office oder andere moderne Arbeitsmodelle?

Gerade nach der Pandemie hat sich die Arbeitswelt in vielen Unternehmen verändert. Dezentrales Arbeiten, flexible Arbeitszeitmodelle, eine Frage, die heutzutage absolut legitim ist. Die ausgewogene Work-Life-Balance ist oft entscheidend für ein langfristiges Wohlbefinden im Unternehmen. Deine persönliche Einstellung zu diesem Thema wird offenbart und zeigt den Wert den du auf deine Lebensqualität legst.

Wie geht es nach dem Gespräch weiter?

Mit dieser Frage verschaffst du dir Klarheit über den Zeitplan und vermeidest wochenlanges Warten. Frag zum Beispiel: „Bis wann kann ich mit einer Rückmeldung rechnen und gibt es weitere Gesprächsrunden?“ Das ist ein höflicher, natürlicher Abschluss. Fragen zu Gehalt und Benefits kommen in der Regel dann, wenn der Arbeitgeber das Thema anspricht oder das Gespräch in die Vertragsrichtung geht.

Fazit

Als Bewerber sollte man immer Fragen mit in ein Bewerbungsgespräch nehmen. Das zeigt auf der einen Seite dem Vorgesetzten das Interesse und zum anderen erfährt man selbst wertvolle Informationen, um final eine Entscheidung treffen zu können. Das Bewerbungsgespräch ist nicht nur ein Test für die Arbeitgeber, sondern auch eine Gelegenheit für die Bewerber, sicherzustellen, dass die angebotene Position ihren Erwartungen entspricht. Je nach Branche und Unternehmen gilt es die Fragen genau zu überlegen und der Situation und Position angemessen zu formulieren. Mit der ein oder anderen ungewöhnlichen Frage kann man sich bei seinem künftigen Chef in Erinnerung halten. Ein gut informierter Bewerber gibt nicht nur die richtigen Antworten, sondern stellt auch die richtigen Fragen.

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